Filmfestival ueberMacht

2 Mal schon gastierte das Filmfestival der 'Gesellschafter' im Kulturbahnhof:
2008 mit 'überMorgen', 2009 mit 'überMacht' vom 13.03. bis zum 05.04.09.

Und so gestaltete sich das Programm:

Das Filmfestival "ueber Macht" widmet sich der Ambivalenz der Macht: Sie ist oft ein Tabu und selten unverhüllt zu sehen, aber sie verschwindet nicht, nur weil niemand hinschaut. Sie kann zum Missbrauch verführen - und ist doch unverzichtbar für jeden, der Veränderungen in Gang setzen will. Das Festival will sensibilisieren für explizite und implizite Machtstrukturen, für legitime und illegitime Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Und es möchte dazu ermutigen, im Alltag, in der Öffentlichkeit und in der Politik öfter, nachhaltiger und unbequemer die Machtfrage zu stellen.

Nach dem großen Erfolg von »ueber morgen« wird »ueber Macht« in 120 Städten quer durch Deutschland zu sehen sein.


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PROGRAMM

Fr. 13.3.09
19 Uhr

„Die dünnen Mädchen“, D 2008, Regie: Maria Teresa Camoglio, 94 Min.

Die dünnen Mädchen, das sind acht junge Frauen zwischen 18 und 29 Jahren, die seit langem an Essstörungen leiden. Sie haben gehungert bis zur Selbstauflösung und können nicht einfach damit aufhören. Diagnose: Magersucht. Die Krankheit frisst sich in ihr Leben – bis zur vollständigen Machtübernahme. Maria Theresa Camoglios Film dokumentiert, wie die jungen Frauen wieder eine Beziehung zu ihrem Körper aufbauen, um damit auch die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.

Gesprächspartnerin: Anke Siebert, Dreist e.V. (Eberswalde)

 
So. 15.3.09
15 Uhr

„Monsanto - mit Gift und Genen“, Le Monde selon Monsanto, F 2007, Regie: Marie-Monique Robin, 109 Min., DF

Genetisch veränderte Lebensmittel sind sicher. Das sagen die Hersteller-Firmen. Marie-Monique Robins brillante Recherche über den Biotechnologie-Konzern Monsanto untersucht, wie die »wissenschaftlichen Beweise« für diese Behauptung zu Stande kommen. Sie findet heraus, dass Gen-Manipulierer auch Forschungsergebnisse manipulieren. Gegenstimmen bringt Monsanto systematisch zum Verstummen. Robins Film enthüllt die Einflussnahme des Konzerns auf Politik und Kontrollbehörden bei seinem weltumspannenden Griff nach der Macht über unser Essen.

Gesprächspartner: Thomas Janoschka (Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik) / Josephine Löwenstein (Lokale Agenda 21, Biesenthal)

Zum Film gibt es gentechnikfreie Crepes und Popkorn aus dem Bioladen Grünbär (Bernau)

 
So. 22.3.09
19 Uhr
„Strange culture / Fremdkulturen“, USA 2007, Regie: Lynn Hershman Leeson, 75 Min., OmU

Steve Kurtz ist performance Künstler, seine Arbeit dreht sich um das Thema Biotechnologie. Seine Arbeitsmittel- harmlose Bakterienkulturen- erregen in der Terrorfurcht nach dem 11. September die Aufmerksamkeit des FBI. Agenten in Schutzanzügen durch suchen seine Wohnung. Der Vorwurf: Bio-Terrorismus. Unvermittelt sieht Kurtz sich von einem übermächtigen Staat bedroht, der offenbar um jeden Preis eine Verurteilung erzielen will. Ihm drohen 20 Jahre Haft für den Besitz von Bakterien, die jeder frei über das Internet bestellen kann. Dieser Film ist Teil einer internationalen Aktion, mit der sich bekannte Künstler wie Tilda Swinton und die Residents mit Kurtz solidarisieren.

Gesprächspartner:
Ricardo Cristof Remmert-Fontes, Aktionsbündnis Freiheit statt Angst
 
Do. 26.3.09
20 Uhr

„Ihr Name ist Sabine“, Elle s’appelle Sabine, F 2007, Regie: Sandrine Bonnaire, 85 Min., DF und OmU

Sabine und Sandrine Bonnaire sind Schwestern. Sabine ist Autistin. Sandrine dagegen gehört zu den großen Stars am Kinohimmel. Ihre erste Arbeit als Regisseurin hat sie ganz ihrer Schwester gewidmet. Ihr Film erzählt, wie das ursprünglich quirlige Mädchen in eine emotionale Krise stürzt und in die Psy chiatrie eingewiesen wird. Sabine wird massiv mit Psychopharmaka behandelt – fünf Jahre lang. Danach sind ihre kreativen Fähigkeiten und persönliche Ausdruckskraft nahezu zerstört. Heute lebt sie in einer Wohngruppe in der französischen Provinz, die mit Hilfe ihrer Schwester aufgebaut wurde. Hier lernt Sabine neu leben.

Gesprächspartner: Maik Teriete (Verein Oberlinhaus: Autismuszentrum, Potsdam) / Vertreter der Hoffnungstaler Anstalten, Lobetal

 
Fr. 27.3.09
19 Uhr
„Manda Bala - Send a bullet”, Brasilien/USA 2007, Regie: Jason Kohn, 85 Min., OmU

Eine brasilianische Froschfarm, ein korrupter Politiker, ein reicher amerikanischer Geschäftsmann, ein Entführer aus den Slums von São Paulo. Jason Kohn porträ tiert eine Gesellschaft im Kriegszustand. Ein Krieg aller gegen alle, in dem jeder versucht, an die Spitze der Nahrungskette zu gelangen. Alle wollen sie Geld, ohne Rücksicht auf Verluste. Am Ende verliert die ganze Gesellschaft. Manda Bala führt drastisch vor Augen, wie eine Gesellschaft ohne soziale Verantwortung, ohne Rechte für die Armen und ohne Regeln für die Reichen in den Verteilungskrieg treibt. Ein visueller Essay, dessen expressive Bilder und poppige Klänge mit der Härte der sozialen Realität kontrastieren.

Gesprächspartner:
Hauke Benner (Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit)
 
Sa. 28.3.09
19 Uhr

„Faustrecht”, CH 2007, Regie: Robi Müller und Bernard Weber, 84 Min., Schweizerdeutsch mit dt. UT

Jugendliche Gewalttäter. In den Medien werden sie oft zu »Monstern« reduziert, und zur Zuspitzung von Wahlkämpfen eignen sie sich auch prima. »Faustrecht« schaut genauer hin. Der Film begleitet zwei 16-Jährige: Während Tim unter seinen unkontrollierten Gewaltausbrüchen selber leidet, setzt Gibran Gewalt kühl kalkulierend als Machtmittel ein, um sich Respekt zu verschaffen. Mitgefühl scheint für ihn ein Fremdwort zu sein – bis es zu einem furchtbaren Zwischenfall mit seiner Freundin kommt. Um die beiden Hauptpersonen zeichnet „Faustrecht“ ein differenziertes Bild von engagierten Helfern, überforderten Therapeuten und Eltern, die zwischen Ratlosigkeit und Desinteresse schwanken.

Gesprächspartner:
Andreas Müller, Jugendrichter in Bernau / Sascha Galitschke, Sprungbrett e.V.

 
Fr. 03.4.09
19 Uhr
„Streik(t)raum”, "(G)rève général(e)", F 2007, Regie: Matthieu Chatellier und Daniela de Felice, 97 Min., OmU

Wenn Frankreich gegen die Zumutungen der Mächtigen rebelliert, zeigt sich, dass dort die Macht tatsächlich beim Volk liegt. Als die französische
Regierung Anfang 2006 ein Gesetz durch setzen will, mit dem Berufseinsteiger zwei Jahre lang fristlos entlassen werden können, proben die Studenten
den Aufstand und besetzen die Universitäten. Die Filmemacher nehmen an den Streikvorbereitungen teil, an Diskussionen, Versammlungen, Kaffeepausen, am Barrikadenbau und Brötchenschmieren. Die streikenden Studenten lernen etwas, das im universitären Leben selten vorkommt: Trotz widerstreitender Ansichten gemeinsame Entscheidungen zu finden, mit Macht umzugehen und Macht auszuüben.

Gesprächspartner:
Christian Matthes (Jugendzentrum Kulti, Biesenthal) / Christoph Brust (Junge Gemeinde Biesenthal)
 
Sa. 04.4.09
18 Uhr
„Citizen Havel”, "Obcan Havel", Tschechische Republik 2008, Regie: Miroslav Janek und Pavel Koutecký, 119 Min., OmU

Der Dissident wird Präsident. Von den Kommunisten wurde er verfolgt. Nach dem Fall des Regimes wurde er zum ersten Staatspräsidenten der Tschechischen Republik. Václav Havel. Zehn Jahre hatte er das höchste Staatsamt der jungen Demokratie inne. Während dieser Zeit begleiteten die Filmemacher den Präsidenten mit der Kamera. „Citizen Havel“ erlaubt außergewöhnliche Einblicke hinter die Kulissen der Macht und in das Räderwerk der Politik. Wir erleben einen Präsidenten, der mal ironisch mit der eigenen Rolle spielt, dann wieder sich selbst inszeniert, der aber auch im Konflikt mit seinem neoliberalen Gegenspieler Václav Klaus nachdrücklich Stellung bezieht.

Gesprächspartner:
Martin Krafl (Direktor des Tschechischen Zentrums Berlin und selbst an der Entstehung des Films beteiligt)
     
So. 05.4.09
19 Uhr

"Die Schuld, eine Frau zu sein", "Shame", Pakistan / USA 2006, Regie: Mohammed Naqvi, 95 Min. DF

Die Geschichte einer Selbstbefreiung, die um die Welt ging. Als Wiedergutmachung für ein angebliches Vergehen ihres Bruders wird die Pakistanerin Mukhtar Mai von den Männern eines Nachbarclans vergewaltigt - die Strafe eines archaischen Machtsystems.

Gesprächspartnerin:
Tamara Masri von der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.



Festivalpartner

DREIST e.V.
DREIST e.V. arbeitet mit einen geschlechtsspezifischen Ansatz im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit in Eberswalde. Unsere Aktivitäten sind erlebnisorientiert, bewusstseinsbildend und wissensvermittelnd ausgerichtet. Sie fördern Interesse und Fähigkeiten, soziale Kompetenzen und politische Verantwortung der Jugendlichen. www.dreist-ev.de

Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik
Die MitstreiterInnen des Barnimer Aktionsbündnisses engagieren sich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Mit lokalen, überregionalen sowie bundesweiten Aktionen werden sowohl Landwirte, VerbraucherInnen als auch PolitikerInnen über die Gefahren der sog. „grünen Gentechnik“ aufgeklärt. Widerstand kann erfolgreich sein: Seit dem Jahr 2000 sind die Barnimer Felder gentechnikfrei. www.dosto.de/gengruppe

Lokale Agenda 21 Biesenthal e.V.
Die Lokale Agenda 21 Biesenthal setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ein. Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, selbst Dinge zu verändern und die Zukunft in Biesenthal aktiv mit zu gestalten. Dazu organisieren wir ein für alle offenes monatliches Bürgerforum und starten immer wieder neue konkrete Umweltprojekte. www.la21-biesenthal.de

Bioladen Grünbär
Der Bernauer Bioladen „Grünbär Naturkost“ bietet vielseitige Anregungen für einen ökologischen und damit gentechnikfreien Lebensstil. Alle Waren sind aus kontrolliert biologischem Anbau. Ein Schwerpunkt wird auf Regionalität und Saisonalität gelegt. Welche komplexen Zusammenhänge zwischen der Produktion von Agrargütern, unserem Konsum- und Ernährungsverhalten und der weltweiten ökologischen und sozialen Situation bestehen, können Interessierte bei Informationsabenden sowie bei regionalen Veranstaltungen erfahren. www.gruenbaer-naturkost.de

Hoffnungsthaler Anstalten Lobetal
Die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal unterhalten ein breites Angebot qualifizierter sozialer Hilfen an 16 Standorten im gesamten Land Brandenburg. Dazu gehören Wohn- und Freizeiteinrichtungen sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Angebote für suchtkranke Menschen ebenso wie Einrichtungen der Jugendhilfe sowie für Senioren, die Epilepsieklinik Tabor in Bernau und das Medizinische Versorgungszentrum im Landkreis Barnim, aber auch Berufsschulen und Kindertagesstätten. www.lobetal.de

Verein Oberlinhaus (Autismuszentrum)
In den Lebenswelten im Oberlinhaus ist Kompetenz für Menschen mit autistischen Spektrumsstörungen (ASS) gebündelt. Wir bieten Beratung, Förderung und Assistenz für alle Altersgruppen an. Dazu gehören ambulante und mobile therapeutische Förderungen von Menschen mit ASS und erste diagnostische Abklärungen sowie ein jährliches Fortbildungsprogramm zum Thema Autismus. www.oberlinhaus.de

Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit
Die Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit (PAG) ist ein Netzwerk von Gemeinschaftsprojekten. Ziel der PAG ist die Entschärfung von Privateigentum. Sie schafft Raum für Experimente solidarischer Wirtschafts- und Wohnformen. Teil dieses Netzwerkes ist WUKANIA – der neue Projekthof am Biesenthaler Wukensee. www.gegenseitig.de

Jugendzentrum Kulti
Das Jugendkulturzentrum Kulti öffnet an 5 Tagen der Woche mit einem offenen Freizeitbereich seine Türen. Es finden regelmäßig Projekte,  Veranstaltungen & Konzerte zu verschiedenen Themen statt. Im Keller befinden sich 2 Proberäume, wo junge Bands an ihrer Karriere basteln. Interesse? www.kulti-biesenthal.de

Tschechisches Zentrum Berlin
Das Tschechische Zentrum Berlin gehört zum Netzwerk der Tschechischen Zentren, die im Auftrag des Außenministeriums der Tschechischen Republik im Ausland tätig sind. Es ist Ansprechpartner für alle die Tschechische Republik betreffenden Fragen aus den Bereichen Kultur, Bildung, Handel und Tourismus. Das Zentrum veranstaltet kulturelle Programme, bietet Tschechisch-Sprachkurse und einen Landesinformationsservice an. www.czechcentres.cz/berlin

Aktionsbündnis Freiheit statt Angst
Das Aktionsbündnis Freiheit statt Angst ist eine Plattform, die den friedlichen Protest für eine freie demokratische Gesellschaft und gegen Massen-Überwachung, unkontrollierte Datenspeicherung und den uferlosen Ausbau des "Sicherheitssektors" koordinieren soll. Das Bündnis soll den Dialog zwischen Gesellschaft, Verbänden und Politik in Bezug auf Sicherheits- und Überwachungsgesetzgebung befördern und versteht sich für Organisationen, Vereine, Institutionen, aktivistische Gruppen und engagierte Menschen auch als Dienstleister. Es bündelt und verbreitet juristische und politische Expertise. Es verbreitet aktuelle Inormationen zur politischen Entwicklung. Es will aufklären und informieren durch Infostände, Seminare, Vorträge und Workshops. Es organisiert und koordiniert friedlichen und kreativen Protest.

Terre des Femmes
TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen, die durch internationale Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Einzelfallhilfe und Förderung von einzelnen Projekten Frauen und Mädchen unterstützt. TERRE DES FEMMES setzt sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen können und unveränderliche Rechte genießen. www.frauenrechte.de